Ein Komitee des US-Senats beschäftigte sich am 18. November 2013 im Rahmen einer Anhörung mit den digitalen Währungen und ihrem Einfluss auf kriminelle Aktivitäten. Natürlich kam dabei auch Bitcoin zur Sprache, denn erst kürzlich ist mit „Silk Road“ eine Internethandelsplattform für illegale Waren aller Art, wie z.B. Drogen, vom FBI geschlossen worden.  Bitcoin war die einzige dort akzeptierte Währung.

In der Anhörung berichteten die verschiedenen Ermittlungsbehörden über ihr Vorgehen beim Kampf gegen die Kriminellen. Sie stellten dabei auch heraus, dass Bitcoin an sich nicht illegal ist und auch keine illegalen Aktivitäten fördere. Auch die Senatsmitglieder waren Bitcoin gegenüber nicht negativ eingestellt. Es wurden mehrfach die Chancen und Potentiale digitaler Währungen betont.

Dies ist ein interessanter Kurswechsel der amerikanischen Behörden im Umgang mit Bitcoin. Bislang wurden vor allem die Risiken der Währung und die Erleichterung der Geldwäsche durch Bitcoins betont. Mittlerweile haben sich aber einige Regierungsvertreter näher mit Bitcoin beschäftigt und sehen nicht nur die negativen Seiten.  Vor allem die Möglichkeit des schnellen und globalen Zahlungsverkehrs mit Bitcoin fand das Komitee bemerkenswert. Aufgrund der Geschwindigkeit bei der Übertragung ist die digitale Währung Systemen, wie SWIFT- oder SEPA-Überweisungen, überlegen, und wegen der nicht oder kaum vorhandenen Transaktionskosten tritt sie in Konkurrenz zu PayPal- und Kreditkartenzahlungen.

Da sich in den USA inzwischen eine florierende – legale – Wirtschaft um Bitcoin entwickelt hat und die Akzeptanz immer weiter wächst, sehen die Senatoren wohl auch eine wachsende Zahl von Arbeitsplätzen, die sie mit einem Verbot der Währung gefährden würden.

Die durchaus positive Stimmung in der Senats-Anhörung zeigte sich auch beim Bitcoin-Kurs, der in den letzten Tagen, angeheizt durch die Nachfrage aus China, schon neue Hochs erklommen hatte. Unmittelbar nach der Anhörung stieg er bei der großen Handelsbörse MtGox bis auf 900 Dollar pro Bitcoin bzw. 657 Euro an und erreichte damit sein neues Allzeithoch. Wenige Stunden später fiel er dann wieder auf 357 Euro zurück, um dann wieder 30 Prozent anzusteigen. Teilweise fielen die großen Handelsbörsen wegen der heftigen Schwankungen und des großen Ansturms der Nutzer auch komplett aus.

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Rund um die Senatsanhörung am 18. November schankte der Bitcoin-Kurs heftig (Quelle: Bitcoincharts.com)

Es herrscht also immer noch eine starke Volatilität bei den derzeit ca. 12 Millionen im Umlauf befindlichen Bitcoins, die das Vertrauen in die neue digitale Währung nur schwer wachsen lässt. Diese Volatilität macht es Geschäften und Gewerbetreibenden schwer, Bitcoin zu akzeptieren, da sie durch die heftigen Schwankungen keine solide Kalkulationsgrundlage haben.

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