Im Oktober 2013 wurde die illegale Handelsplattform Silk Road vom FBI zerschlagen. Auf der Plattform konnten Drogen, Arzneimittel und allerlei illegale Waren gekauft werden. Das einzig akzeptierte Zahlungsmittel war der Bitcoin, da er schnelle und anonyme Zahlungen gewährleistete. Bei der Razzia gegen Silk Road wurden vom FBI deshalb auch zahlreiche Bitcoins sichergestellt.

In diversen Konten wurden 29.655 Bitcoins beschlagnahmt. Dazu kam noch die Wallet des mutmaßlichen Betreibers von Silk Road, Ross Ulbricht. In ihr befanden sich noch einmal 144.336 Bitcoins. Bei der Razzia im Oktober entsprach das einem Wert von ca. 20 Millionen Dollar. Mittlerweile ist der Kurs des Bitcoin, trotz oder gerade wegen der Stilllegung von Silk Road, stark angestiegen. Die beschlagnahmten Bitcoin von Ulbricht haben heute einen Wert von knapp 130 Millionen Dollar. Er kämpft nun juristisch um sein Guthaben.

Nun will das FBI wenigstens einen Teil dieser Bitcoins wieder in Dollar verwandeln. Nachdem niemand innerhalb von 30 Tagen nach Beschlagnahmung Ansprüche auf die übrigen Bitcoins angemeldet hat, können diese nun verwertet werden. Der zuständige US-Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die Bitcoins von Silk Road seien als Beweismaterial und nicht etwa als Online-Währung in den Besitz der Behörden übergegangen. Gestern gab ein Richter den Verkauf der 29.655 Bitcoins der Silk Road-Nutzer frei. Genauere Angaben zum Ablauf des Verkaufs wurden nicht gemacht, wohl auch, um den Kurs zu stützen. Denn beim momentanen Kurs von 900 Dollar kann der amerikanische Staat mit Einnahmen von ca. 26,7 Millionen Dollar rechnen. Da es keinen gemäß amerikanischen Gesetzen zertifizierten Bitcoin-Händler gibt, werden die Behörden die Bitcoins wohl in einer oder mehreren Versteigerungen an neue Nutzer bringen.

Viel interessanter als der für den US-Haushalt immer noch unbedeutende Betrag von 26,7 Millionen Dollar ist die Tatsache des Verkaufs an sich. Erstmals handelt die US-Regierung mit einer Online-Währung. Noch vor wenigen Monaten wurde darüber diskutiert, ob die USA nicht ein Bitcoin-Verbot aussprechen und nun veranstalten die Behörden eine Versteigerung, um Bitcoins zu verkaufen. Vielleicht sollte die amerikanischen Behörden die Bitcoins aber auch behalten. Es könnte sein, dass sie in Zukunft noch mehr wert sein werden.

Schlagwörter: , , , ,


Schreibe einen Kommentar