Bitcoin ist vor allem auf dem virtuellen Handelsplatz „Silk Road“ beliebt und wird dort als Handelswährung eingesetzt. Silk Road existiert seit Februar 2011 in Form von Hidden Services im Tor-Netzwerk. Dies ist ein spezielles Netzwerk, das weitgehende Anonymität garantiert. Auf dem Markplatz werden hauptsächlich illegale Waren, wie Drogen, Waffen und Arzneimittel, gehandelt. Der Großteil der Anbieter stammt aus den USA, aber der Versand der Waren findet weltweit statt. Allein im ersten Halbjahr 2012 wurden durchschnittlich monatliche Umsätze von umgerechnet 1,2 Millionen US-Dollar erzielt und der Handel über Silk Road machte ca. 4,5 bis 9 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen aus.

Lange Zeit lagen die Betreiber und die Standorte der Silk Road-Server im Dunkeln. Nun gelang dem FBI ein Fahndungserfolg, denn der Betreiber von Silk Road konnte identifiziert und festgesetzt werden. Ross William Ulbricht, 29, auf Silk Road bekannt als “Dread Pirate Roberts,” wurde am 1. Oktober 2013 in San Francisco vom FBI verhaftet und wegen Drogenhandels, Hacking und Geldwäsche angeklagt. Zudem soll Ulbricht einen Mord an einem Silk Road-Nutzer in Auftrag gegeben haben, der drohte, Informationen über ihn zu veröffentlichen. Zusätzlich zur Verhaftung Ulbrichts konnten auch 3,6 Millionen Dollar in Bitcoins beschlagnahmt werden.

Momentan werten die Ermittler Ulbrichts Daten aus, um an weitere Nutzer und Händler des illegalen Netzwerkes zu gelangen. Die Silk Road-Website wurde ebenfalls vom Netz genommen und seitdem grüßt ein Bild mit dem Hinweis auf die illegalen Aktivitäten der Seiten und den Siegeln des FBIs und anderer amerikanischer Behörden die Besucher.

Nachdem die Nachricht des Schlages gegen Silk Road bekannt geworden war, brach der Bitcoin-Kurs auf der größten Handelsplattform MtGox um 20 Prozent ein. Der Kurssturz war aber nur von kurzer Dauer, denn bereits wenige Stunden später war die Hälfte des Verlustes bereits wieder ausgeglichen.

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Der Kurseinbruch nach dem Schlag gegen Silkroad und die anschließende Erholung

Was bedeutet das Ende von Silk Road für Bitcoin? Bislang bezog die digitale Währung einen Teil ihrer Identität aus der Nutzung für illegale Geschäfte und wurde dadurch auch über diese Kreise hinaus bekannt. Inzwischen braucht Bitcoin diesen „verruchten“ Ruf nicht mehr. Immer mehr legale Geschäfte akzeptieren Bitcoin und viele Startup-Unternehmen haben innovative Konzepte für die Internetwährung entwickelt. Das zeigt nicht zuletzt der Bitcoin-Kurs, der zuerst sehr sensibel auf die Nachricht der Silk Road-Zerschlagung reagierte, sich aber dann bald wieder erholte. Denn mit Bitcoins lassen sich zwar illegale Waren und Dienstleistungen kaufen, die Währung selbst ist aber nicht illegal. Die Zerschlagung illegaler Handelsplätze kann dem Weg von Bitcoin in die Seriosität und allgemeine Akzeptanz also nur förderlich sein.

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