Nachdem sich die Schwierigkeiten in den letzten Monaten gehäuft hatten und es bereits seit Wochen nicht mehr möglich war, Bitcoin von MtGox abzuheben, ging die Seite am 25. Februar 2014 komplett offline. Kommentare von Seiten der Betreiber gab es erst einmal nicht. MtGox sind die Bitcoins ausgegangen, denn einem bisher nicht bestätigten Dokument zufolge, sollen etwa 750.000 Bitcoins gestohlen worden sein. Das entspricht ca. sechs Prozent aller Bitcoins, die im Umlauf sind. Das entspricht einem Gegenwert von ca. 375 Millionen Euro. Viele Nutzer, die entweder noch Barmittel oder Bitcoins auf ihren Accounts bei MtGox gespeichert haben, fürchten nun um ihr Eigentum.

Tatsächlich kursieren momentan nur Gerüchte und wenig Tatsachen. Dies ist auch auf die katastrophale Informationspolitik von MtGox zurückzuführen.  In den letzten Wochen wurden mehr Mitteilungen der Firma herausgegeben, die aber alle letztlich immer auf die nächste Mitteilung vertröstest haben.  Nun ist MtGox komplett verstummt. Die einst größte und bedeutendste Handelsbörse für Bitcoin ist geschlossen. Wäre dies von ein oder zwei Jahren passiert, hätte die MtGox-Pleite ähnliche Auswirkungen auf das Bitcoin-System gehabt wie die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 auf das internationale Finanzsystem. Der Bitcoin wäre wahrscheinlich komplett zusammengebrochen.

Aber trotz eines Aufschreis in den gängigen Medien, die vom Ende des Bitcoin sprechen, scheint der Kurs relativ stabil zu sein. Zwar gab er auch an den anderen Börsen um 10% oder mehr nach. Ein katastrophaler Einbruch blieb jedoch aus. Kurz nachdem MtGox offline ging, erschien ein Statement der Betreiber anderer namhafter Bitcoin-Börsen und -Handelsplätzen, wie z.B. Coinbase, Kraken, Bitstamp, die betonten, dass sie nicht von der Schließung von MtGox betroffen seien und die Probleme von MtGox bei ihnen nicht vorkommen könnten.

Da sich die Fehler bei MtGox in den letzten Jahren gehäuft hatten und die Börse bereits mehrfach nicht erreichbar war, konnten sich vor allem seit dem Kursanstieg im letzten Jahr etliche Konkurrenten am Markt etablieren. Diese Börsen und Handelsplätze haben nun wohl einen schlimmeren Absturz verhindert. Für die langfristige Entwicklung des Bitcoin kann die breitere Basis an Handelsplattformen nur gut sein, auch wenn es kurzfristig viel Kritik am System geben wird. Immerhin wird MtGox nicht mit Steuergeldern gerettet, so wie bei mancher Bank der Realwirtschaft der Fall war.

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