Wieder einmal sorgt die Handelsplattform MtGox für Turbulenzen beim Bitcoin.  Überraschend hatte die Handelsplattform am 7. Februar 2014 angekündigt, vorerst keine Bitcoin-Auszahlungen mehr vorzunehmen. Bereits zuvor war es zu Verzögerungen und langen Wartezeiten bei der Auszahlung von Dollar oder Euro gekommen. Am 10. Februar folgte ein weiteres Statement, das die Auszahlungen bis auf unbestimmte Zeit weiter aussetzte, denn angeblich liege in der Bitcoin-Software ein Fehler vor. Der Fehler soll es Anwender ermöglichen, Transaktionen als nicht gesendet zu markieren. So wäre es möglich, bereits erhaltene Bitcoins als nicht empfangen zu markieren und die Zahlung erneut anzufordern. MtGox wolle sich nun Zeit nehmen und die Transaktionen auf Richtigkeit überprüfen.

Inzwischen gibt es aber bereits zahlreiche Meldungen aus der Bitcoin-Community, die diese Begründung und den Fehler in der Bitcoin-Software anzweifeln. Es erscheint zumindest seltsam, dass die seit Monaten auftretenden Verzögerungen bei der Auszahlung bei MtGox ausgerechnet mit einem Fehler in der Bitcoin-Software in Zusammenhang stehen. Den letzten großen Fehler im Bitcoin-Protokoll gab es am 15. August 2010. Transaktionen wurden nicht ordnungsgemäß verifiziert, bevor sie in die öffentlich zugängliche Block Chain geschrieben wurden. Dadurch war es möglich, die Einschränkungen des Systems zu umgehen und beliebig viele Bitcoins zu generieren. Diese Lücke wurde ausgenutzt, als 184 Milliarden Bitcoins an zwei Adressen des Netzwerkes übertragen wurden. Das entsprach der 8762fachen Menge aller jemals im System existierenden Bitcoins. Die Transaktion wurde nur wenige Stunden danach im System bemerkt und die Sicherheitslücke sofort geschlossen. Die fälschlich erzeugten Bitcoins wurden gelöscht. Seitdem lieg das System fehlerlos.

Sollte der von MtGox entdeckte Fehler tatsächlich existieren und wäre er bisher noch nicht entdeckt worden, so würde es sicher nicht lange dauern, bis er behoben ist. Zudem ist die von MtGox beschriebene Abweichung schon länger bekannt und wird als nicht kritisch eingestuft. Auf ähnliche Weise reagierte auf der Bitcoin-Kurs. Kurs nach dem Statement von MtGox brach der Kurs von 500 Euro auf 370 Euro ein. Er erholte sich jedoch rasch wieder und notiert knapp unter dem Ausgangsniveau. Viele nutzten wohl die Gelegenheit und kauften günstig nach.

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MtGox sorgte nur für eine kurzfristigen Kurseinbruch. Bald fanden sich wieder Käufer, die die Gelegenheit nutzten.

MtGox hat also wieder einmal für einen Bitcoin-Kurssturz gesorgt. Den letzten größeren Kurseinbruch hatte die Handelsplattform am 10. April 2013 verursacht. Der Bitcoin-Kurs hatte gerade seinen bisherigen Höchststand von 266 US-Dollar erreichte als die Handelsplattform Mt.Gox zusammenbrach und für mehrere Tage nicht erreichbar war. Offiziell lautete die Begründung, dass sich zu viele neue Nutzer angemeldet hätten. Als der Handel wieder möglich war, brach der Kurs innerhalb weniger Tage auf 55 Dollar ein, um dann sich dann in den folgenden Wochen und Monaten zu erholen und im November 2013 ein neues Allzeithoch bei über 1.200 Dollar zu erreichen.

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen, wenn auch mit einem Unterschied. MtGox ist inzwischen nicht mehr die größte und bedeutendste Handelsplattform für Bitcoin. Längst gibt es Alternativen. Börsen wie btc-e, Bitstamp oder Kraken machen MtGox Konkurrenz und führen zu einem breit aufgestellten Bitcoinmarkt. Noch im letzten Jahr beeinflussten die Aktionen (und Fehler) von MtGox den gesamten Markt und hatten Auswirkungen für Monate. Mittlerweile reagiert der Bitcoin-Kurs nur noch sehr kurz auf MtGox. Für den Bitcoin können die schwindende Bedeutung von MtGox und damit die geringer werdende Abhängigkeit von nur einer Handelsplattform nur positiv sein.

 

 

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