In den ersten Tagen des Monats Juli ist wieder einmal das passiert, was typisch ist für Bitcoin. Der Kurs brach ein und unterlag heftigen Schwankungen. Eingeleitet wurde der Kurssturz am 1. Juli mit einem Verkauf von über 17.000 Bitcoins. Am Tief bei 57 Dollar, das bereits beim Kurssturz im April gehalten hatte, machte der Bitcoin-Kurs jedoch halt und stabilisiert sich seitdem wieder.

Bitcoinkurs vom 30. Juni - 9. Juli 2013

Bitcoinkurs vom 30. Juni – 9. Juli 2013

Was sind die Gründe für den erneuten Kurssturz?

Es gibt mehrere mögliche Ursachen:

  • Bei der größten Handelsbörse für Bitcoin, Mt.Gox, waren in den letzten zwei Wochen keine Abhebungen von Dollar möglich. Dem vorausgegangen war ein Streit mit den amerikanischen Finanzbehörden. Als Folge hat sich Mt.Gox als Finanzdienstleister in den USA registrieren lassen, was einerseits strengere Aufsichtspflichten zur Folge hat, wie z.B. die Protokollierung von Überweisungen von mehr als 10.000 Dollar. Andererseits wurden von den Behörden gesperrte Konten wieder freigegeben und Dollarabhebungen waren wieder möglich. Verunsicherte Kunden haben daraufhin ihre Konten geleert und zuvor noch ihre Bitcoins verkauft. Dieser Massenansturm an Verkäufer kann einer der Gründe für den Kurssturz sein.
  • Mittlerweile sind die leistungsstarken ASIC-Miner in größeren Stückzahlen erhältlich. Dies macht sich auch an der Gesamtleistung des Netzwerkes bemerkbar, die innerhalb kurzer Zeit von ca. 130 auf über 200 Terahashes angestiegen ist. Da die ASIC-Miner meist von professionellen Anbietern betrieben werden, sind diese daran interessiert, ihre Investition möglichst schnell wieder zu amortisieren. Deshalb werden die erzeugten Bitcoins schnell auf den Markt geworden, um keinen Gesamtverlust erleiden zu müssen.
  • In den USA hat Notenbankchef Ben Bernanke vor Ende Juni ein mögliches Ende der Niedrigzinspolitik angekündigt. Die Zinsen, die momentan in den USA bei 0 – 25 Prozent liegen, könnten in Zukunft wieder steigen, da sich die amerikanische Wirtschaft belebt. Allein die Ankündigung eines möglichen Endes des „billigen“ Geldes führte an den Aktienmärkten zu heftigen Verlusten. Auch die als inflationssicher geltenden Edelmetalle, Gold und Silber, verloren an Wert. Gold erlitt einen Quartalsverlust von 22 Prozent. Das war der stärkste Einbruch innerhalb eines Quartals seit 1920. Da Bitcoin von vielen Menschen als Alternative zu bestehenden Währungen und als Schutz vor Inflation gesehen wird, könnte auch die digitale Währung nun in den Strudel der Kursturbulenzen um ein mögliches Ende der Niedrigzinspolitik geraten sein.

Einen einzigen Grund für die Kursschwankungen zu finden, ist schwierig. Wahrscheinlich ist eine Kombination der hier genannten Möglichkeiten, die alle zu einem ungünstigen Zeitpunkt zusammentrafen. Selbst wenn die niedrigen Kurse für einen Einstieg günstig erscheinen, zeigt die Volatilität des Bitcoinkurses in den letzten Tagen den noch immer spekulativen Charakter der Währung.

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